Das Wichtigste in Kürze
Frühzeitiger Vertragsabschluss: Schließe deinen Stromvertrag möglichst vor dem Einzug ab. Warte besser nicht erst, bis in der Wohnung bereits Energie verbraucht wird.
Gasvertrag prüfen: Prüfe bei Gas zuerst den Mietvertrag, die Nebenkostenabrechnung und die Zählersituation. Nicht jede Mietwohnung benötigt zwingend einen eigenen Gasvertrag.
Zählerdaten dokumentieren: Halte bei der Schlüsselübergabe die Zählernummer sowie den Zählerstand fest. Fotos sind hierbei als Beweis sehr sinnvoll.
Bewusste Tarifwahl: Ohne einen bewusst gewählten Tarif landest du nicht automatisch in einem günstigen Vertrag.
Automatische Versorgung: Die Grundversorgung und die Ersatzversorgung sind beides automatische Versorgungsformen, bedeuten rechtlich aber nicht dasselbe.
Tarife richtig vergleichen: Vergleiche Tarife nicht nur anhand des Preises. Beachte auch Laufzeit, Kündigungsfrist, Preisgarantie und etwaige Bonusbedingungen.
1. Wann musst du Strom und Gas anmelden?
Am sichersten ist es, den Stromvertrag vor dem Einzug abzuschließen. Erledige das idealerweise, bevor du in der neuen Wohnung zum ersten Mal Strom verbrauchst. So weißt du von Anfang an, welcher Anbieter dich beliefert und zu welchen Konditionen dies geschieht.
Wenn du ohne eigenen Liefervertrag einziehst, kann aus den Steckdosen trotzdem zunächst Energie fließen. Je nach rechtlicher Situation entsteht dann eine Versorgung über den zuständigen Grundversorger. Das ist allerdings nicht automatisch der Tarif, den du dir bei einem Vergleich selbst ausgewählt hättest. Bei Gas gilt exakt dieselbe zeitliche Logik. Das trifft jedoch nur dann zu, wenn du überhaupt selbst einen Gasvertrag abschließen musst.
Wann du einen eigenen Gasvertrag brauchst
Strom meldest du als Mieter in der Regel selbst an. Bei Gas hängt es stark von der jeweiligen Wohnsituation ab. Läuft die Heizung zentral für das gesamte Gebäude und werden die Heizkosten über die Nebenkosten abgerechnet, brauchst du häufig keinen eigenen Gasvertrag. Ein eigener Gaszähler in deiner Wohnung oder speziell für deine Wohnung ist ein erster Hinweis darauf, dass du Gas selbst anmelden musst. Verlass dich aber nicht ausschließlich auf den Zählerkasten. Entscheidend sind immer der Mietvertrag, die genaue Nebenkostenregelung und die Auskunft der Hausverwaltung oder Vermietung.
Was steht bei dir gerade als Nächstes an?
Große Schritte werfen oft neue Fragen auf. Wir bringen dich mit einem Allianz Experten zusammen, der sich Zeit nimmt und dir sagt, was wirklich wichtig ist und was nicht.
Kostenlos & unverbindlich
2. Welche Daten brauchst du für die Anmeldung?
Für die Anmeldung der Energieversorgung benötigst du meist nur wenige Angaben. Wenn du diese Informationen vor dem Tarifabschluss zusammensuchst, geht der Vorgang deutlich entspannter über die Bühne.
Deinen vollständigen Namen und die neue Wohnadresse.
Das genaue Einzugsdatum.
Die Zählernummer.
Den aktuellen Zählerstand zum Einzug.
Deine Bankverbindung für die monatlichen Abschläge.
Falls vorhanden: Die sogenannte MaLo-ID.
Die MaLo-ID ist die Kennung des Energieanschlusses, genauer gesagt der Marktlokation. Sie kann bei der Anmeldung helfen. Sie wird aber nicht von jedem Anbieter im ersten Schritt zwingend verlangt. Häufig reichen zunächst die Adresse, das Einzugsdatum, die Zählernummer und der Zählerstand völlig aus. Achte besonders auf die Zählernummer. In Mehrfamilienhäusern hängen oft mehrere sehr ähnliche Zähler direkt nebeneinander. Eine vertauschte Nummer kann dazu führen, dass dein Vertrag zunächst versehentlich dem falschen Anschluss zugeordnet wird.
3. Was solltest du bei der Schlüsselübergabe dokumentieren?
Die Schlüsselübergabe ist der ideale Zeitpunkt, um die Energiedaten der Wohnung sauber festzuhalten.
Lies den Stromzähler und gegebenenfalls den Gaszähler direkt vor Ort ab, bevor du selbst nennenswert Energie in den Räumen verbrauchst. Notiere zu jedem Zähler die genaue Zählernummer sowie den angezeigten Stand. Idealerweise hältst du beides auch sofort im offiziellen Übergabeprotokoll fest. Melde die Daten danach zeitnah an deinen Anbieter. Wenn du bei der Zuordnung unsicher bist oder es im Haus leicht zu Verwechslungen kommen kann, ist es oft sinnvoll, die Angaben zusätzlich beim zuständigen Netzbetreiber zu hinterlegen.
4. So meldest du Strom und gegebenenfalls Gas Schritt für Schritt an
Der rechtliche Ablauf besteht meist aus drei einfachen Phasen. Du bereitest den Vertrag vor, sicherst die Zählerdaten beim Einzug und kontrollierst die Angaben im Anschluss. Falls du einen eigenen Gasvertrag benötigst, gehst du grundsätzlich genauso vor wie beim Strom.
Zählerstand
Strom und Gas anmelden
Alles erledigt – Strom und Gas laufen ab dem ersten Tag.
5. Was passiert, wenn du noch keinen Vertrag hast?
Ohne eigenen Tarif stehst du in Deutschland nicht automatisch unversorgt da. Du hast dann allerdings auch nicht automatisch den Vertrag, den du bei einem Preisvergleich bewusst ausgewählt hättest.
Je nach genauer Zuordnung greift zunächst eine Ersatzversorgung oder es entsteht ein Grundversorgungsverhältnis. Diese beiden Begriffe klingen ähnlich, beschreiben rechtlich aber unterschiedliche Situationen. Die bloße Meldung deines Einzugs beim Grundversorger macht aus der Grundversorgung noch lange keinen günstigen Sondertarif. Dafür benötigst du immer einen gesonderten Vertragsabschluss. Falls du zunächst in der Grundversorgung landest, kannst du später trotzdem in einen anderen Tarif wechseln. Grundversorgungsverträge sind nämlich grundsätzlich mit einer Frist von zwei Wochen kündbar. Ob ein anderer Tarif am Ende tatsächlich günstiger oder passender ist, hängt von deinem Wohnort, dem gewählten Anbieter und den jeweiligen Vertragsbedingungen ab.
6. Wie findest du einen passenden Tarif für deine erste Wohnung?
Ein niedriger monatlicher Abschlag allein sagt wenig darüber aus, wie passend ein bestimmter Tarif wirklich für dich ist.
Entscheidend sind am Ende immer die erwarteten Gesamtkosten sowie die konkreten Vertragsdetails. Wenn du deinen Jahresverbrauch noch nicht genau kennst, nutze die Verbrauchsschätzung im Tarifvergleich lediglich als erste Orientierung. Nach der ersten Jahresabrechnung kannst du deutlich besser einschätzen, ob der festgelegte Abschlag und der gewählte Tarif noch zu deinem tatsächlichen Verbrauch passen. Gerade beim allerersten Energievertrag ist ein übersichtlicher Tarif ohne komplizierte Bonusregeln oft angenehmer als ein Angebot, das nur auf den ersten Blick besonders günstig aussieht.
7. Typische Fehler beim Anmelden von Strom und Gas
ie häufigsten Probleme entstehen meist nicht durch komplizierte Formulare. Es sind eher ungenaue Annahmen, die später einen unnötigen Aufwand verursachen.
Ein typischer Fehler ist es, die Anmeldung zu lange aufzuschieben. Es gibt zwar keine allgemeine gesetzliche Pflicht, Strom oder Gas immer exakt zwei Wochen vor dem Einzug anzumelden. Trotzdem ist es sehr sinnvoll, den Vertrag frühzeitig zu organisieren. So können der Energieverbrauch und die Wohnung möglichst von Beginn an sauber einander zugeordnet werden.
Ebenso wichtig ist die Angabe der exakt richtigen Zählernummer. Übernimm diese niemals blind aus einer alten Notiz oder von einer unklaren Beschriftung im Keller. Prüfe sie direkt am Gerät und gleiche sie bei Unsicherheiten mit der Hausverwaltung, der Vermietung oder dem Übergabeprotokoll ab. Die Annahme, dass der Strom bereits läuft und somit alles geregelt sei, kann am Ende teuer oder zumindest unübersichtlich werden. Eine funktionierende Energieversorgung bedeutet nämlich nicht automatisch, dass du auch bereits den vertraglich gewünschten Tarif nutzt.
